Am ersten Tag in Datong gab es einen Ausflug zu dem Hängenden Kloster. Dieses Kloster wurde von Mönchen in den Berg gebaut um Abstand von den irdischen Problemen am Erdboden zu haben und dem Höheren näher zu sein. Das Kloster besteht aus mehreren Räumen und Stockwerken die mit Treppen und Brücken bzw. einer Art von Balkonen mit einander verbunden sind. Der gesamte Komplex ist wie man auf dem Foto sehen kann in den Hang hineingebaut, natürliche Aushöhlungen und Vorsprünge wurden genutzt und zur Abstützung verwendet. Die Gebäude ruhen dabei auf Holzträgern, die aus dem Felsen herausragen. Also ist die gesamte Konstruktion nicht unbedingt für Menschen geeignet die sich mit Höhe und Abgrund nicht so anfreunden können…
Was weiters besonders an diesem Kloster war ist, dass es hier einen Raum gibt wo die drei am weitesten verbreiteten Religionen Chinas durch je eine Statue von Buddha, Konfuzius und Laozi vereint sind.
Am Nachmittag stand dann der Besuch der Hölzernen Pagode am Programm. Die gesamte Pagode mit weiß nicht wie vielen Stockwerken wurde in einer traditionellen Bauweise aufgestellt, was bedeutet, dass keine Nägel verwendet worden sind! Ganz sicher bin ich mir nicht ob ich glücklich oder traurig sein soll, dass wir wegen Restaurationsarbeiten nicht in den zweiten oder dritten Stock hinaufgehen durften… habe zwar Vertrauen in die Chinesen, aber so viele Stockwerke ohne nur einen Nagel?!? Naja… =)
Dank dem wirklich engagierten Paul konnten wir am Abend noch einen kleinen Spaziergang durch das „Alte“ und „Neue“ Datong machen. Man muss wissen, dass Datong eine der Kohlehochburgen in China ist, fast der gesamte Verbrauch von Kohle für Peking und sonstige Großstädte Chinas wird hier abgebaut. Somit fährt man an riesigen abgesperrten Geländen vorbei, die Minen beherbergen, wo man nie so genau weiß wie viele Menschen dort leben und arbeiten. Der Bürgermeister der Stadt ist gerade dabei das Image Datongs aufzubessern und will aus der Industriestadt eine Tourismusstadt machen, somit werden –wie auch in Shanghai oder Peking – alte Teile der Stadt dem Erdboden gleich gemacht um neue Hochhäuser aufzubauen und zb. Einkaufszentren oder Hotels zu errichten. Sehr schade!! Denn wo die Miezekatze von Peking uns nur das moderne und tolle China zeigen wollte hat Paul den Mut bewiesen mit uns durch einen zum Abriss bestimmten Teil zu zeigen. Eines der interessantesten Teile der Reise! Von der Hauptstraße mit nem Luxuseinkaufszentrum mal einfach links abbiegen und schon ist man in China *g*. Also Obst- und Gemüsestände auf einfachen Holzschubkarren, Fleischhauereien, die einfach ein Raum sind und die Stücke der Tiere offen auf der Straße hängen, alles nicht ganz so sauber, aber dafür authentisch. Vielleicht sollte man als Europäer nicht unbedingt alles essen was dort angeboten wird (Andi würde natürlich sofort nach dem Komischsten suchen um es auszuprobieren *G*) aber zum Ansehen und Kennenlernen war es sehr toll. Leider hat es zu Regnen begonnen, also gibt es nicht wirklich Fotos, dafür Erinnerungen im Kopf ;)
Der nächste Tag war nun damit verplant die Yungang Grotten zu besichtigen und dann einen Bus nach Taiyuan zu nehmen. Wie schon am Vortag begonnen, führte Papa ganz fleißig den Deutschunterricht mit Paul bei der Autofahrt weiter. Immer wenn Paul ein Wort nicht kannte, wurde es sofort von ihm in sein Vokabelheft geschrieben, sehr vorbildlich! Das größte Problem hierbei war, das Papa relativ verzweifelt den Begriff „Baumaschinen“ erklären wollte, somit wurden Baumaschinen am gesamten Weg gesucht und jeder Bagger oder Kran mit dem Aufschrei „Das ist einen Baumaschine“ begleitet. =D Wie es mir nun in China schon sooft mit meinen deutschen Mitstudenten hier ergangen ist, gab es auch hier eine interessante Begebenheit mit den Unterschieden der Deutschen und Österreichischen (Aus-)Sprache. Das Chemie (gesprochen C-H) werk wurde einfach nicht verstanden. Nach etwas Überlegen dann der Ausruf von Paulchen: „Ah! Sie meinen Chemie (SCHemie)…“ In diesem Sinne einen Herzlichen Gruß an alle Mitglieder der Studivz-Gruppe: „Wer SCHemie sagt muss auch SCHLor sagen!“ =)
Nun aber zu den Grotten…. Dank Wikipedia kann ich euch ein paar historische Informationen zukommen lassen: Sie wurden hauptsächlich im Zeitraum 460-525 n. Chr. aus dem Sandstein herausgearbeitet und sind ein herausragendes Beispiel chinesischer Steinmetzkunst. Somit stammen sie aus der Frühzeit des Buddhismus in China. Insgesamt besteht die Gesamtanlage aus 252 Grotten und Nischen. Neben den historischen Höhlen gibt es auch einige neue, die Gläubige des 21.Jahrhunderts sich kaufen können und dann ihren eigenen kleinen Buddha dort haben – so erreicht man dann eher Frieden auf Erden…
Der Vorteil, dass sich Sandstein leicht bearbeiten lässt wird sehr dadurch eingeschränkt, dass er nun auch leicht weiterbearbeitet wird, und so durch die Witterung immer mehr an Form verliert. Deshalb leistet Regen und Wind seinen Beitrag zur Zerstörung der Grotten, wo die Kulturrevolution und Erdbeben schon einiges auf ewig zunichte gemacht haben. Schade!
Die Busfahrt nach Taiyuan war mal wieder ein sehr chinesisches Erlebnis… warum? Die nette Idee einen sehr komischen brutalen chinesischen Film als Nachmittagsunterhaltung zu zeigen kann man vielleicht noch verstehen, aber die Lautstärke, die es sogar verhindert hat Musik zu hören, geschweige denn zu schlafen… das war nicht mehr zu verstehen :*G*. Mitten am Weg hat dann der Fahrer beschlossen, dass wir nun genug geschwitzt haben und die Klimaanlage auf Eiskasten gestellt, die man logischerweise nicht ausschalten konnte. Immerhin war es nicht nur uns Westlern kalt und die Kälteperiode hat nur ca. eine halbe Stunde gedauert, bis dass sich dann einige Chinesen – natürlich lautstark ;) – aufgeregt haben.
Papa fand es auch noch sehr interessant, welche Menge an Chinesischen Snacks (Gelee, getrocknetes Fleisch, etc.) seine Sitznachbarin für eine Busfahrt mitgenommen hat und dann auch fast alles gegessen hat… dabei war sie so ca. die Hälfte einer normalen Europäerin. Keine Ahnung wo die das immer alles hinessen … mag auch!! *g*

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