Ein paar Bauern haben hier auf einem Feld bei der Arbeit eine unterirdische Grabkammer (ob sie jetzt für die Mutter oder für ihn selbst war, da streiten auch noch die Wissenschaftler) des Kaisers „Qin Shihuangdi“ gefunden. Daraufhin wurden bei Ausgrabungen mehr als 3000 Soldaten und Pferde sowie mehr als 40.000 Waffen gefunden und restauriert, geschätzte weitere 5000 Figuren sind noch im Erdreich verborgen. Das gesamte Areal ist in drei Hallen unterteilt, wobei eine wirklich schön restaurierte Figuren zeigt, eine noch nicht so restaurierte und eine Museum für den besonderen Fund einer Kutsche ist. Es wurde auch eine andere Halle entdeckt bei Ausgrabungen, da in diesem Raum aber keine Figuren mehr waren, wurde sie wieder zugeschüttet. Alle Terrakottafiguren waren einmal ganz bunt bemalt, die in der zweiten Halle gezeigten Figuren wurden auch noch bunt gefunden, nach 1h im Sonnenlicht war aber jede Spur von Farbe verschwunden…. Wohl nicht so ordentlich gearbeitet bei der Ausgrabung? Schade… Papa war auf jeden Fall sehr sehr beeindruckt von dem Mausoleum und meinte sogar, das zu Sehen allein, würde eine Chinareise schon rechtfertigen.

Den Abend haben dann meine Mutter und ich mit ein bisschen Schaufenster schauen und bei Starbucks Kaffe trinken verbracht. Papa gings leider nicht so gut, nun war er an der Reihe die Bazillen von unserer Mutzekatze zu bekämpfen.
Da die Nachtzugfahrt doch sehr anstrengend war hatten wir die Idee anstelle der zweiten Zugfahrt, die mehr als 12 Stunden gedauert hätte, doch einen Flug nach Shanghai zu buchen. Somit war der nächste Tag in Xian ein bisschen konfus, da der Reiseleiter nun vor der Herausforderung stand dies umzuorganisieren, was aber reibungslos geklappt hat. Danach gings zum bekannten Glocken und Trommelturm und zum Muslimviertel mit anschließenden Besuch einer Moschee. War interessant zu sehen was in den Kochtöpfen so alles vor sich hin schmorrte und witzig zu beobachten, wie muslimisch gekleidete Chinesen vom Gebet kamen.

Weniger witzig fanden wir dann, dass unser Flug nicht um ca. 16h sondern ca. 22h starten sollte, weil es in Shanghai zu neblig war. Aber das war noch nicht so schlimm, am Flughafen gab es Wlan und ne Steckdose für den Laptop. Zum Glück hatte ich noch einige Fernsehserien mit, wo dann bald einige Chinesen sehr gespannt über meine Schulter schauten, was ich da nicht am Laptop ansehe. Für Essen und Trinken hatte die Fluglinie gesorgt und so war das Stresslevel noch nicht sehr hoch. Doch auch das sollte sich ändern….
Nachdem wir fast pünktlich dann auch gestartet sind, wundern wir uns nach einer Stunde warum noch niemand Informationen für die bevorstehende Landung durchgibt. Eine halbe Stunde später wissen wir dann auch warum: wir wurden nach Qingdao umgeleitet, da sich das Wetter in Shanghai noch nicht gebessert hatte. Nun stand uns ein Kampf um die Köffer, ein warten im kalten Qingdao (ca. 8 Grad, in Xian hatte es 30, in Shanghai 20, dementsprechend auch die Kleidung der meisten Fluggäste) und eine etwas abenteuerliche Suche nach dem richtigen Bus zum Hotel bevor. Eigentlich alles nicht schlecht von der Fluglinie China Eastern Air organisiert, aber niemand hat bedacht, das Menschen, die kein Chinesisch sprechen auch gerne irgendwelche Informationen erhalten würden. Nur durch fast schon Kampf haben wir ein paar spärliche Infos erhalten, hätten uns nich ein paar ABC’s (American Born Chinese) weitergeholfen, dann wären wir vielleicht ein bisschen verzweifelt, aber nur vielleicht… Im Großen und Ganzen hat dann doch alles funktioniert und nach zeichensprachlicher Erklärung haben auch meine Eltern zum Frühstück gefunden. Anschließend gings dann mit ca. 18h Verspätung nach Shanghai. Wenn wir das gewusst hätten, wären wir sicher mit dem Nachtzug gefahren ;)
Eigentlich war somit der Zeitplan unserer Rundreise durcheinander, da wir ja einen Tag zu spät in Shanghai angekommen sind. Die engagierte Lissi von China Highlights organisierte aber als Ersatz einen netten Tagesausflug nach Tongli und Suzhou für den nächsten Tag.
Somit haben wir doch noch die schöne Wasserstadt mit Kanälen wie in Venedig gesehen und eine Bootsfahrt gemacht.


Neben der Seidenfabrik in Suzhou war der Garten des Wandelnden Politikers recht schön zum Ansehen auch wenn leider ein Teil wegen Bauarbeiten nicht zu besuchen war.
Krönender Abschluss war für Mama der Besuch eines Perlengeschäfts mit wirklich schönem und auch wenn man mit zuhause vergleicht, recht billigem Schmuck.
Nach unserem etwas ausgiebigerem Einkauf beim Stoff- und Schneidermarkt, machte sich ein Paket mit ca. 30kg auf den Weg nach Wels, das auch nach 10 Tagen sogar schon erfolgreich angekommen ist. Weitere werden wahrscheinlich noch folgen ;)


Auch gut zuhause angekommen sind wieder meine Eltern, freut mich aber auch ein bisschen schade, weil ja nun wieder niemand hier ist auch wenn die Flüge so günstig sind.

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